Thema Tourismus

Die jetzige Sanierung des Wasserturmareals erfüllt optimal alle Anforderungen an ein touristisches Zielkonzept:

Verdrängung der Kinder als Konkurrenten um den öffentlichen Raum.

Anlage von Wegen, die einen Besichtigungsgang über das Gelände ermöglichen, ohne dieses verlassen zu müssen.

Anlage eines großen, steingepflasterten zentralen Platzes, der sich auch für touristisch kommerzielle Zwecke einsetzen lässt.

Die Herausarbeitung des kegelförmigen Reliefs des Berges durch Hanganschrägung und flachen Bewuchs (Rosenbüsche) spricht einen Urtrieb des Menschen nach Besteigen von Erhöhungen an.

Der Umbau des Platzes erfüllt die Forderung des Tourismuskonzepts 2004 für den Bezirk Pankow, touristische "Leuchttürme" mit Erlebnis- und Eventcharakter zu schaffen.

Einige Probleme auf dem Wasserturmareal infolge dieser tourismusorientierten Konzeption:

Im hoch verdichteten Prenzlauer Berg sind die grünen Oasen und Refugien für Familien mit Kindern nicht endlos weit gestreut. Im Gegenteil gehen gerade jetzt markante Grün- und Freiflächen in maximale bauliche Verdichtung über (siehe Senefelder Platz, Kollwitz- / Belforter Str., "Prenzlauer Paradiesgärten"), und das neue "Flächenmanagement" des Bezirks lässt für die nahe Zukunft nichts Gutes ahnen.

Die Kleinkinder werden mit den größeren Kindern auf einem gemeinsamen Platz zusammengelegt. Da der Rest des Platzes für die größeren Kinder kaum noch nutzbar ist, wird es auf dieser Fläche zu einer spürbaren Konzentration kommen.

Die touristischen Wege auf der Ostseite des Platzes (Kolmarer Straße) führen direkt durch die Spielbereiche der an den Platzrand verlegten Kleinkinder.

Die Abholzung der Hälfte des Baumbestandes hat die bekannten ökologischen Folgen: Schallschutzverlust, Reinigungsverlust der Luft, Verlust von Mikroklimaregulation, Reduktion von Zahl und Vielfalt von Fauna und Flora.

Der Berg ist bekannt für seine starken Windverhältnisse, so dass nach den Abholzungen auf dem Plateau nun vielleicht wieder Verhältnisse wie zu Zeiten der ursprünglichen Nutzung als Windmühlenberg eintreten werden. Dann ist der denkmalschützerische Gedanke sogar noch übererfüllt.

Die zu erwartenden Pflegekosten des Platzes werden durch die pflegeintensiven Rosenfelder deutlich erhöht. Das Umweltamt rechnet mit 20-30.000 Euro jährlich. Angesichts der leeren Kassen, dem drei Jahre alten Sand in den Sandkästen und den alten Matratzen und Kinderwägen, die seit Jahren den Südhang schmückten, stellt sich die Frage, wo dann noch das Geld für die Pflege des Areals und das Wasser für den Springbrunnen herkommen soll.
zurück