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| Pankower Sanierungskonglomerat
verpasst Hufelandstrasse ein „neues Gesicht“ An der Kreuzung Hufeland- Esmarchstrasse werden Gehwegvorstreckungen angelegt. Danach sollen der nördliche Gehweg zwischen Esmarch- und Greifswalder und der nördliche Gehweg zwischen Esmarch- und Bötzowstrasse „saniert“ werden. Das Bezirksamt will die mit Bäumen und Blumen bepflanzten Betonkübel entfernen. Die Kübel sind teilweise marode und machen gerade im Herbst einen verkommenen Eindruck. Zuständig für die Pflege ist allerdings der, der die Verkommenheit am lautesten beklagt - das Bezirksamt. Ob bauliche Maßnahmen etwas an den Verhältnissen ändern, die zur stetigen Verwahrlosung geführt haben, darf bezweifelt werden. Doch darum geht es nicht. Es handelt sich wiederum um die altbewährte Rezeptur des Mummenschanzes - die Gelegenheit ist günstig, die Tarnkappe übergezogen, die Würfel liegen bereit, das Spiel kann beginnen. Allein in diesem Topf liegen 350.000 Euro, und die Gewinner stehen längst fest. Verlierer sind die Jungen, Familien und Studenten, Leute, die sich jenseits der Greifswalder Strasse vor Verdrängung einigermaßen sicher wähnten. Aber es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Heuschrecken zu ihnen durchgefressen haben. Jetzt muß man sich im Bötzowkiez auf Stein und Beton, auf weiter steigende Mieten und Verdrängung durch Besserverdienende einstellen. Die dort wohnen, ob die jemand gefragt hat, ob ihnen der Luxusumbau recht ist? Vor mehr als einem Jahr soll es eine Bürgerversammlung gegeben haben. Die BV-Bötzowviertel soll sich dafür ins Zeug gelegt haben. Jetzt tauchten plötzlich Zettel des Sanierungslobbyisten auf, mit denen die S.t.e.r.n.-GmbH die Anwohner zum Fleddern der Betonkübel auffordert, die in den kommenden Tagen entfernt werden sollen. Zwei Telefonnummern sind dazu veröffentlicht worden. Die eine führt zur Bauleitung, die andere zur S.t.e.r.n.-GmbH. Da kann man anrufen, wenn der Bagger den Parkplatz blockiert. Wer weitergehende Beschwerden hat, muß sich wohl ans Bezirksamt wenden. Dort ist immerhin Seelsorge möglich, ein Anrufbeantworter würde genügen: „Die Vegetation ist krank, wir wollen den armen Kindern den Schulweg sicherer machen, der Verkehr ist gefährdet, und so weiter und so fort.“ Man muß nur glauben, und alles wird gut. Erst kürzlich wollte das Bezirksamt im Gleimviertel 95 Straßenbäume fällen lassen. Diagnose: die Wurzeln faulen; irgendwann fällt der Baum ohnehin um. Misstrauisch gewordene Anwohner beauftragten einen neutralen Gutachter. Dessen Untersuchungen ergaben, dass die Bäume nur gepflegt werden müssten, im Wesentlichen aber stehen bleiben könnten. Zu spät für 25 Bäume, die in einer Hauruck-Aktion bereits gefällt waren. Der Leiter des Amtes für Umwelt und Natur, Andreas Schütze, erklärt unverblümt den Hintergrund der Aktion: Geld und Arbeitskräftemangel, die Pflege der bezirklichen Grünanlagen kann nicht mehr geleistet werden. Gleichzeitig ruft das Bezirksamt die Bürgerinnen und Bürger zu Baumspenden auf. Absurdistan lässt grüßen. Die Hufelandstrasse soll ein „neues Gesicht“ erhalten. Fratze wäre die bessere Beschreibung. Wolfgang Gerhard Bi-Wasserturm 01.11.2007 |
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