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| Warum der Eliashof
und eine Grundschule in der Prenzlauer Allee nicht mehr Schule sein dürfen Als in den frühen neunziger Jahren die Familien aus dem Kiez heraussaniert wurden, waren im Prenzlauer Berg immer weniger Kinder anzutreffen. Die Situation änderte sich schlagartig, als in den späten Neunzigern und nach der Jahrtausendwende dann ein unglaublicher Babyboom zu verzeichnen war. Zu verzeichnen deshalb, weil der rapide Kinderzuwachs auch den Behörden Pankows aufgefallen sein muß, auch wenn heute die Legende behauptet, die Verwaltung habe diese Entwicklung schlicht verschlafen. Hat sie das wirklich? Die ehemalige Grundschule in der Senefelder Straße, heute Eliashof, und die Grundschule in der Prenzlauer Allee 227/228 wurden geschlossen, obwohl der künftige Schulenbedarf abzusehen war. Dazu genügte ein einfacher Blick ins Geburtsregister. Warum also wurden Schulen geschlossen, die heute dringend gebraucht werden? Mit der Schließung dieser und anderer Schulen waren nicht etwa nur eine Behörde befasst. Schuleinzugsgebiete mussten neu festgelegt, Schülerzahlen aufgestockt, Klassen zusätzlich gegründet werden und die Allparteienfraktion zum Abnicken gebracht werden. Hier hat nicht nur eine einzelne Abteilung oder Behörde geschlafen, hier müssen alle Verantwortlichen des Bezirks im Koma gelegen haben. Das aber ist schwer vorstellbar. Was ist stattdessen passiert? Die Schulen in der Senefelder Straße und der Prenzlauer Allee wurden nicht einfach geschlossen. Sie wurden einem anderen Zweck zugeführt und vorher, es bot sich wohl so an, für einen insgesamt zweistelligen Millionenbetrag mit europäischen Fördermitteln „saniert“. Seither finden dort sporadisch Veranstaltungen statt. Die ehemalige Grundschule in der Prenzlauer Allee beherbergt die Volkshochschule und eine Bibliothek, die vorher woanders war und auch woanders Platz gefunden hätte. Man könnte auch sagen, die Orte wurden kaputtsaniert. Das Bubenstück des Parteiübergreifenden Pankower Sanierungskonglomerats, von vielen mehr oder weniger Ahnungslosen gesund- und zurechtgebetet, blieb nicht ohne Konsequenzen. Vorschläge, die Schulen angesichts des dringenden Bedarfs wieder zu eröffnen, können leider nicht mehr ernsthaft diskutiert werden. Kurzzeitig standen sie – vernünftig wär’s gewesen – auf einer bezirklichen Liste von möglicherweise wieder zu eröffnenden Schulen. Inzwischen sind sie da nicht nur von den oberen Plätzen, sondern ganz herunter. Wie konnte das geschehen? Die europäischen Fördermittel, akquiriert von der Sanierungsschrecke S.t.e.r.n.-GmbH, so heißt es, waren an Bedingungen seitens der überaus großzügigen Geber geknüpft. Diese lassen eine erneute Umwidmung der Gebäude nicht zu. Das Geld, die schönen Millionen, wäre sonst zurückzuzahlen. Alles nur Zufall? Die Gutwilligen nennen es Schlamperei, die eher Nüchternen kommen da auf andere Gedanken. Mit einer Freihaltung der Gebäude oder einer Zwischennutzung lassen sich keine Millionenbeträge verdienen, soviel ist Tatsache. Dass die Bürgerinnen und Bürger, die für ihre Kinder jetzt krampfhaft Ausschau nach einem Platz in einer überfüllten Klasse halten, für die denkwürdigen Schulschließungen und Zweckentfremdungen auch noch per Steuerzahlung aufkommen mussten, steht auf einem anderen Blatt. Auch die beabsichtigten alternativen Reaktivierungen von Flächen, Schulen werden schließlich gebraucht, werden sie noch teuer zu stehen kommen. Die Beobachter der Ereignisse werden Zeugen des Zenits der S.t.e.r.n.-GmbH und des Sanierungskonglomerats zu Pankow. Wolfgang Gerhard Bi-Wasserturm 07.11.07 |
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