Thema: Desinformation

Das Bezirksamt für Umwelt und Wohnen wiederholt seit Beginn der Auseinandersetzungen im Oktober 2005 um die "Sanierung" des Wasserturmgeländes das Mantra:
"Die Bürgerinformation und die Bürgerbeteiligung bezüglich des Wasserturmareals waren hervorragend und alle die etwas anderes sagen betreiben Desinformation".
Da die Vorwürfe des Amtes und speziell des zuständigen Stadtrates gegen die Bi-Wasserturm Kampagnencharakter annehmen, möchte die Bi-Wasserturm sich speziell zu diesem Thema äußern.
Wir werden hier 7 Fälle von irreführender Information oder Nicht-Information durch das Amt anführen, die für jedermann überprüfbar und nachvollziehbar sind.

I. Der Bauplan:

1. Der Plan auf den beiden Bauschildern unterscheidet nicht zwischen versiegelten Flächen (Beton, Kopfstein, Kalksteinmosaik) und unversiegelten Flächen (Rasen, Sand, Naturwege).
Erst auf Nachfrage (15. Mai.06?) durch die Bi-Wasserturm ist der Plan auf der Internetseite des Bezirksamts nachgebessert worden. Die gepflasterten Wege entlang der Diedenhoferstraße und Kolmarer Straße sind jetzt im Internet gelb eingefärbt. Nach wie vor ist jedoch der an Stelle des Kleinkindspielplatzes geplante "Brunnenschmuckplatz" nicht als versiegelte Fläche ausgewiesen. Dies gilt auch für die übrigen versiegelten Flächen um den Turm selbst herum.

2. Die zwei Baupläne auf dem Platz sind so hoch angebracht, dass wichtige Details mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Dass der Südhang mit Rosen bepflanzt werden soll, erschließt sich dem Betrachter z.B. daher nicht. Stattdessen soll seine Aufmerksamkeit durch die demonstrativ überdeutlich verzeichneten Spielgeräte abgelenkt werden.

3. Das Bauschild mit all seinen Mängeln wurde erst Monate nach Beginn der Bauarbeiten und Rodungen im April öffentlich ausgehängt. Zuvor mussten interessierte Bürger um einen Termin zur Besichtigung der (falschen) Pläne in den Räumlichkeiten der S.T.E.R.N. GmbH in der Schwedter Straße bitten. Obwohl neben dem Wasserturmgelände VHS und Stadtteilbibliothek und dementsprechende Schaukästen bereitstehen, die zur Information im Vorfeld leicht hätten genutzt werden können.

II. Das Märchen vom rutschenden Hang

Ein vorgeschobener Grund für die Zerstörung des von einem Gartenbaumeister absichtsvoll angelegten Südhanges, war das Märchen, der Hang würde auf die Straße rutschen.
Der Südhang war aber durch das Wurzelwerk der Bäume und Sträucher, die auf ihm seit Jahrzehnten wuchsen, so stabil, dass die schweren Bagger bis auf einen halben Meter an seinen Rand fahren konnten und am Wochenende in eben dieser Position parkten.
Was zwischen den Sträuchern passierte, war oberflächliche Erosion, die mit etwas Pflege leicht zu beheben gewesen wäre. Wäre der Hang in den letzten Jahrzehnten gerutscht, so hätte man ihn jetzt nicht abbaggern müssen.

III. Die Verwahrlosung des Südhanges

Das Bezirksamt ist für die Pflege der öffentlichen Grünanlagen zuständig. Daher erstaunt es schon, dass das Bezirksamt den jetzt geborgenen Müll demonstrativ auf dem gerodeten Berg zur Schau stellte. Es waren natürlich die Matratzen der Kinder aus ihren Buden, die zur Demonstrierung der Verwahrlosungsthese genutzt wurden.
Seine angebliche Verwahrlosung war ein weiterer Grund für die jetzt durchgeführte Zerstörung des Hanges.

IV. Die Fällungen

Nach den Fällungen der 15 gesunden und eines kranken Baumes im Februar 06 hat das Bezirksamt für Umwelt Mitte Mai zwei weitere Bäume gefällt. Die völlig ausgehöhlte Linde an den Tischtennisplatten an der Diedenhoferstraße wird, (wie die oben erwähnten Matratzen), zur Demonstration der Sinnhaftigkeit des behördlichen Handelns wohl noch Wochen dort lagern. Der völlig gesunde Eschenahorn mit 1,35 m Durchmesser, der am Rande des geplanten Schmuckplatzes stand, wurde zersägt und noch vor dem Eintreffen der ersten Nachmittagsgäste vom ehemaligen Spielplatz entsorgt.

V. Die Demonstration der Unfähigkeit des Umweltamts

Mit den Punkten III. und IV. setzt sich das Umweltamt eigentlich selbst auf die Anklagebank. Wie kann es passieren, dass ein gartenbauliches Denkmal so wenig gepflegt wird, dass man bei seiner jetzigen Zerstörung Müll und Schrott aus Jahrzehnten darin findet?
Wie kann es sein, dass ein seit Jahren völlig hohler Baum, was von außen klar sichtbar war, jahrelang auf der windexponierten Seite des Areals im unmittelbaren Bereich von Spielgeräten (Tischtennisplatten) steht.
Dieser Baum, als einer der wenigen auf dem Gelände, stellte schon seit Jahren eine Gefährdung der Besucher dar.
Diesen amtlichen Schlendrian durch Ausstellung zu dokumentieren ist zwar eine ehrliche Information, aber wahrscheinlich gar nicht absichtlich geschehen.

VI. Die Entwendung der Informationstafel der Bi-Wasserturm

Um die Bevölkerung vor der unangenehmen "Falschinformation" durch die Bi-Wasserturm zu schützen, hat das Bezirksamt, oder Amtsangehörige, mehrfach versucht, die Informationstafel zu beseitigen. Über Ostern war die Informationstafel 7 Tage im Gewahrsam des Bezirksamts Pankow.
Dieses Vorgehen der Meinungsunterdrückung ist aus unserer Sicht schon etwas gewöhnungsbedürftig.

VII. Die Europäischen Fördermittel

Seit über vier Wochen wartet die Bürgerinitiative Wasserturm, einen Blick in die erfolgreichen Bewerbungskonzepte für die Europäischen Fördermittel aus dem EFRE-Fonds werfen zu können.
Die Konzepte scheinen aber so unpässlich zu sein, dass sie der Öffentlichkeit lieber erspart bleiben sollen.

Wir bieten dem Amt an, die von der Bi-Wasserturm verschuldeten Fälle von "Desinformation" konkret zu benennen, so dass wir auf die einzelnen Fälle antworten, eventuelle Irrtümer richtig stellen und uns gegebenfalls präzisieren oder, falls dies nötig sein sollte, auch entschuldigen zu können.
Wir wünschen aber nicht, weiter der Lüge, Denunziation und Desinformation bezichtigt zu werden.

Stattdessen sollte Stadtrat Köhne einen Dialog ermöglichen, wozu auch gehört, die Meinungen Andersdenkender zu ertragen und nicht pauschal zu diskreditieren. Dies macht die eigene Position nicht glaubwürdiger.

Bi Wasserturm
(21.05.06)
Angeblich krank, trotz brütender Vögel in der Krone abgeholzt und innerhalb von vier Stunden entsorgt. Seit Jahren eine Gefahr, in der Vegetationsperiode gefällt und demonstrativ liegengelassen.
Plan A, verzeichnet auf den Bauschildern am Wasserturmplatz - die Rundwege sind weiss verzeichnet. Plan B, neuerdings auf der Webseite von Stadtrat Köhne zu finden - die Rundwege sind gelb.
Mal so, mal so, und insgesamt unvollständig bis irreführend: die Desinformationstafeln der "Sanierungs"-Planer.
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