Geschichte der Bürgerinitiative Wasserturm
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Wasserturmplatz in den 90er Jahren Wasserturmplatz 2009
 
Das Bezirksamt Pankow "sanierte" den Wasserturmplatz in Prenzlauer Berg. Weil die Umstände im Zusammenhang mit den Arbeiten vielen Anwohnern als Ärgernis erscheinen, gründete sich im Herbst 2005 eine Bürgerinitiative Wasserturm, die ein Bürgerbegehren vorantrieb, um die "Sanierung" nach den vorliegenden Plänen zu stoppen.

Und das waren die Gründe dafür:

1. 1,6 Millionen Euro kostete der jetzige Umbau, 3,815 Millionen kostete er insgesamt: Wer verfügte über diese Summe?

Das Bezirksamt hatte das Geld für die Sanierung aus EU-Mitteln erhalten. Es ging also um Steuergeld, das wir alle bezahlt haben. Deshalb hielten wir es für gerechtfertigt, über die Ausgaben mitzubestimmen.

2. Hatte es Mitbestimmung gegeben?
Nur zum Teil. An den Planungen beteiligt waren das Bezirksamt und der Sanierungsträger S.t.e.r.n.-GmbH, dazu einige wenige Anwohner, die aber als Insider gelten mußten. Alle anderen Bürgerinnen und Bürger waren von der Beratung ausgeschlossen.

3. Was war laut Bezirksamt geplant?
Die Mauer rund um den Platz sollte saniert und der Kleinkindspielplatz auf den Großkindspielplatz neben dem Brachgelände an der Kolmarer Straße verlegt werden, dafür sollte an seiner Stelle eine Kalksteingepflasterte Erholungsfläche mit Brunnen entstehen. Außerdem sollten die Hänge mit Rosen und Büschen bepflanzt, Bäume und den Hang haltende Sträucher und Büsche abgeholzt werden.

4. Was gefiel den Leuten der Bürgerinitiative daran nicht?
Die Initiative forderte, den geschützten Kleinkindbereich an Ort und Stelle zu erhalten. Die Monokulturbepflanzung des Südhangs (Richtung Mitte) ist nicht sinnvoll. Wo Rosen stehen, können keine Kinder spielen. Der Erholungsbereich wirkte nach den Plänen sehr Beton- und Granit- lastig, für Anwohner mit Kindern und auch die als Zielgruppe benannten Senioren nur mäßig attraktiv.

5. Was sollte nun geschehen?
Die Bürgerinitiative beantragte ein Bürgerbegehren. Sie samelte Unterschriften von Anwohnern, um das Begehren einzuleiten. 8.069 Stimmen von Wahlberechtigten des Bezirks Pankow waren erforderlich. Nach einem Baustopp würde ein Bürgerentscheid die Neuberatung des Sanierungsvorhabens ermöglichen.

6. War das nicht pure Verweigerung?
Nein. Es ging darum, dass mit Anwohnern, vor allem Eltern mit Kindern, die den Platz tatsächlich nutzen, neu über die vernünftige Sanierung gesprochen werden sollte.

7. Warum konnte man in der Vergangenheit nicht darüber sprechen?
Weil der Dialog vom zuständigen Stadtrat Köhne nicht erwünscht war und - leider, leider - abgebrochen wurde.

8. 16 Bäume wurden gefällt - kommt Ersatz?
Es waren kleine Neupflanzungen geplant – die keinen Ersatz für 40 Jahre alte Bäume darstellten. Im Wesentlichen wurden große Bäume und alte Sträucher gegen Stacheldrahtrosen ersetzt.

9. Was wurde aus dem Bolzplatz?
Der „Bolzplatz“ an der Diedenhoferstraße ist schon seit 2003 zum Fußballspielen nicht mehr geeignet. Damals wurden Bäume auf den Platz gepflanzt wurden. Ein Tartanbelag konnte hier keine Verbesserung schaffen, sondern war offensichtliche und teure Fehlplanung. Die Brachfläche an der Kolmarer Straße (bis 2003 Spielplatz) was groß und frei von Nutzung. Sie wäre als Sportfläche optimal geeignet gewesen.

10. Wohin mit den Senioren?
Der „Bolzplatz" an der Diedenhoferstraße wäre bestens geeignet gewesen, um älteren Mitbürgern einen attraktiven Platz zu schaffen. Der Kleinkindspielplatz hätte dann bleiben können, wo er war. Den Senioren hingegen hätte ein mindestens gleichwertiges Angebot zur Verfügung gestanden.
Weitere Informationen zum Wasserturmplatz gibt es hier